Horst Schmidt begrüßt die mehr als 80 Teilnehmenden. Foto: Klaus Wagner
Detlef Esslinger , Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Co-Autor des Lehrbuchs Die Überschrift, stand Rede und Antwort beim 34. Münchner Mediengespräch im Bayernforum der Friedrich-Ebert- Stiftung.
Die wichtigsten Kriterien
Erstens: Die Überschrift muss eine klare Aussage haben. Zweitens: Diese sollte die zentrale Aussage des Textes sein. Drittens: Sie darf den Text nicht verfälschen. Viertens: Sie muss korrekt, leicht zu fassen und unmissverständlich formuliert sein. Fünftens: Sie sollte einen Lese-Anreiz bieten. Dieser Punkt macht die Überschrift zu einer der schwierigsten Aufgaben im journalistischen Handwerk. Wie lässt sich die Kernaussage eines Textes in 30 oder 40 Anschlägen fassen, sprachlich sauber und bei alledem auch noch interessant?
Immer im Präsens? Detlef Esslinger kommentierte Beispiele. Foto: Klaus Wagner
Ahnung erzeugt Spannung, und Spannung erzeugt Leser.
Esslinger warnt vor Metaphern und Wortspielen.„Man sollte das Interesse der Leser nicht unterschätzen, aber ihr Wissen auch nicht überschätzen“ ist seine Grundregel. „Lieber eng an der Sache bleiben und die Überschrift als Aussage formulieren – im Präsenz oder Perfekt – niemals im Imperfekt.“ Er empfiehlt eher kürzere als längere Überschriften. Dem Leser eine Ahnung aber keine Gewissheit geben. „Am besten so formulieren wie man spricht: in Ein-, Zwei-, oder Dreisilbern“, erläutert Esslinger und zitiert Schopenhauer: „Man nehme gewöhnliche Worte und sage Ungewöhnliches“.
Sabine Merath
Detlef Esslinger, Gabriele Hooffacker. Foto: Klaus Wagner