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Beitrag für Deutschlandradio

Radio, das Internet und wir

Wer hört heute noch Radio? Nach wie vor sind das ziemlich viele, sagt die Mediennutzungsforschung: Fast alle in Deutschland lauschen täglich. Die durchschnittliche Hördauer liegt statistisch konstant hoch bei drei Stunden und 18 Minuten. Die Media-Analyse belegt auch: Der öffentlich-rechtliche Hörfunk liegt im bundesdeutschen Vergleich deutlich vor dem kommerziellen.

Dabei wird das Internet als Verbreitungsweg zunehmend wichtiger, sagt die Media-Analyse. Wie hören Sie Radio? In unserer Küche steht ein Grundig-Radio von 1955. Meine Eltern haben es zur Hochzeit angeschafft. Es funktioniert genau wie seit fast 60 Jahren, sogar das Magische Auge ist noch in Betrieb. Aber es ist auch mit dem Internet verbunden. Weil es einen so guten Klang hat, spielen wir YouTube-Videos darüber ab und hören auch Internet-Radio darüber. Unterwegs informiert und unterhält uns ein Autoradio, das ebenso alt ist wie der Audi (ziemlich alt). Am PC habe ich den dradio-Recorder installiert: eine Software, mit der sich nicht nur gut Radio hören, sondern auch aufnehmen lässt. Wenn mir ein Musikstück oder ein Beitrag gefällt, klicke ich auf den Aufnahmeknopf – fast wie damals in den 70er-Jahren beim echten Rekorder.

»Wir hören überhaupt nicht Radio«, sagten mir die Leipziger Studierenden an der HTWK, als ich sie im Seminar ›Audioproduktion‹ danach fragte. Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass fast alle Radio hören – es war ihnen nur nicht bewusst. Selbstverständlich läuft beim einen das Radio beim Frühstück, beim anderen schaltet es sich automatisch ein, wenn er ins Auto steigt, der dritte hat sein Smartphone mit Kopfhörern immer dabei. Bei ihnen liegen Internet-Sender wie detektor.fm oder FluxFM ganz vorn in der Gunst – nur für Radio hatten sie das bislang offenbar nicht gehalten.

Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk kannten sie nicht. (Dass ich den Unterschied zwischen einem ›staatlichen‹ Rundfunk einerseits, einem nationalen Sender mit öffentlich-rechtlicher Struktur andererseits
erst einmal erklären musste, nur nebenbei.) Woran liegt das?

Geben Sie bei YouTube mal detektor.fm oder FluxFM ein. Gut. Und jetzt geben Sie Deutschlandradio Kultur ein. Oder Deutschlandfunk. Oder auch nicht – das kommt ziemlich auf dasselbe heraus. Radio muss ins Internet. Sonst wird es von jüngeren Hörern nicht mehr wahrgenommen. Inzwischen bin ich auf Facebook mit Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk befreundet. Auf Twitter folge ich Deutschlandradio Kultur, DRadio Wissen und dem Deutschlandfunk. Dabei entdeckte ich einen Beitrag über Kornkreise bei DRadio Wissen. Über Kornkreise hatten wir im Seminar diskutiert, und ich hörte rein. Ich war ein bisschen enttäuscht und wollte gern mit der Redaktion in Kontakt treten. Aber wie? Eine befreundete Podcasterin, der es genauso ging, hat es via Twitter versucht – keine Reaktion. Das ist schade – hier wird eine Möglichkeit, das Publikum zu binden, verschenkt.

Den Leipziger Studierenden haben Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk übrigens gefallen. Mindestens einer ist zum regelmäßigen Hörer geworden, weil ihn das Programm angesprochen hat. Die Statistik hat immer noch recht. Damit das so bleibt, muss gutes Radio ins Internet – noch mehr als bisher.

Gastbeitrag für das Programmheft 8/2014

Letzte Aktualisierung: Di. 24. 03. 2015. 12:41 Uhr (ThSt)
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Alternativer Medienpreis: Preisverleihung, 22.5.

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