Wasser

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Von der Baumwolle zum Wassersparen

Wie die Industrien bei der Textilherstellung Wasser sparen können

Andreas Neumann räumt wie jeden Morgen die schmutzigen Teller und Gläser in die Spülmaschine ein und drückt die grüne Taste. Die Wasserspartaste. Dabei hat er schon beim Kauf des Gerätes darauf geachtet, dass es die Energieeffizienzklasse A hat. Er drückt die Spartaste, weil durch das laut Hersteller ein Viertel des Wassers eingespart wird.

Wie die meisten Deutschen möchte auch Andreas Neumann damit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ein guter Ansatz. Doch laut World Wide Found (WWF) verbraucht die Bevölkerung wesentlich mehr Wasser, als jemals angenommen wurde. Denn bei der Produktion von Lebensmitteln und Textilien werden jährlich mehrere Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht – und kaum jemand weiß davon.
 
 Beispiel: Für die Produktion eines einfachen T-Shirts werden bereits 2700 Liter Wasser verbraucht – durch Gießen der Baumwollpflanzen, Düngen und Einfärben der Baumwolle. Das sind knappe 20 Badewannen voller Wasser. Und da gibt's leider keine Wasserspartaste. Das Wasser wird verschmutzt und versickert im Boden. Bereits Anfang der Neunziger Jahre wurde ein Konzept entwickelt, wie Industrien Wasser sparen können. Dieses Vorhaben wurde aber bisher noch nicht umgesetzt.
 Nach fast 20 Jahren ist das Konzept bereit, in der Realität angewendet zu werden.
 
 Darin sollen Unternehmen aufgezeigt werden, wieviel Wasser sie effektiv für ein Produkt verbraucht haben. Durch diese Analyse können komplette Produktionsanlagen umgestellt werden. So wie Andreas Neumann die Energiespartaste drückt und energieeffiziente Geräte kauft, könnten nun auch die Industrien umrüsten.
 
 Nach Vorstellungen des WWF sollen ganzen Produktionsanlagen auf Sparsamkeit umgerüstet werden.
 
 Da die meisten Produkte und Lebensmittel z.B. aus Asien importiert werden, hält es der WWF für klüger, dass diese Staaten besser in Solarenergie Herstellung investieren sollten. Dies sei effektiver, da dort die Sonne öfter scheint als es Wasservorkommen gibt. Die Länder sollen die Ressourcen ihres Landes sinnvoll nutzen.
 
 Es bleibt nun abzuwarten, ob das Konzept so in die Realität umsetzbar ist und ob sie es schaffen, die Politik davon zu überzeugen, Vorreiter in Sachen Wasser und Energieeinsparung zu sein.
 Der einzelne Verbraucher leistet wie Andreas Neumann seinen Beitrag zum Umweltschutz, in dem er Wasser spart. Warum nicht auch die großen Industrien?
 
 Quelle: wwf.de